Donnerstag 02.Februar – Samstag 04.Februar 2012
Eine Veranstaltung der
FRAUENSTUDIEN der Technischen Universität Dortmund
Zentrum für HochschulBildung, Bereich Weiterbildung, der Technischen Universität Dortmund und
Fakultät für Erziehungswissenschaft und Soziologie, Institut für Soziologie
in Kooperation mit dem
Institut für Kirche und Gesellschaft der Ev. Kirche von Westfalen und dem Förderverein der Frauenstudien PROspekt: e.V.
Die WoMens OPEN University (WOU) bietet ein offenes Forum für die kritische Auseinandersetzung mit aktuell relevanten Themen im Austausch mit unterschiedlichen Akteurinnen, Expertinnen und Repräsentantinnen aus diversen Praxis- und Professionsfeldern.
Vor-Lesungen, Inputs, Diskussionen, Talkrunden, Austausch und Vernetzung…die WOU bietet die Möglichkeit, sich zu informieren, zu vernetzen, zu lernen. Wir laden Sie ein, die WOU kennen zu lernen, (wieder) teilzunehmen oder auch selber mitzuwirken.
Ziel ist eine offene, demokratische und dialogorientierte Auseinandersetzung mit aktuellen, durchaus spannungsreichen Fragen, wissenschaftlichen und politischen Positionen sowie kontroversen Standpunkten und Perspektiven. Die Möglichkeit, ein Thema drei Tage lang aus verschiedenen theoretischen wie praxisorientierten Perspektiven zu be- und erarbeiten und dabei unterschiedliche Facetten und Sichtweisen zusammen zu denken, ermöglicht eine besondere Qualität der Auseinandersetzung.
Angesprochen sind Interessierte aus unterschiedlichen professionellen Feldern, ehrenamtlichen Engagements und aus der politischen Praxis, politische Akteure und Akteurinnen, bürgerschaftlich Engagierte, MultiplikatorInnen sowie MitarbeiterInnen der Erwachsenenbildung. Insbesondere sind Menschen aus der Gleichstellungs- und Genderpraxis angesprochen, die sich mit Fragen sozialer Ungleichheit, der Geschlechtergerechtigkeit, der Anti-Diskriminierung u.a. beschäftigen. Darüber hinaus ist die Veranstaltung für Studierende der Erst- und Weiterbildung der TU Dortmund geöffnet.
Veranstaltungsort: Campus Treff der TU Dortmund
Unkostenbeitrag: 25,- € (für Studierende der TU Dortmund kostenlos)
zur Anmeldung
Warum klingt es altbacken, unattraktiv, unzeitgemäß, wenn wir heute über HAUSARBEIT sprechen? Warum sollten wir dennoch über dieses Thema nachdenken? Warum lohnt das Thema Hausarbeit als Wiedervorlage?
Erwerbstätigkeit von Männern und Frauen gilt heute als das dominante Lebens- und Arbeitsmodell, wodurch die private bzw. privatisierte Haus- und Familienarbeit entsprechend als „verborgen“ erscheint. Haus- und Familienarbeit als Ware auf dem Dienstleistungsmarkt wird als Care-Ökonomie begriffen, als ginge es um eine andere Arbeit.
Haus- und Familienarbeit ist nach wie vor eine überwiegend von Frauen geleistete, un- oder schlecht bezahlte Arbeit. Sie ist von gesellschaftlichen Entwicklungen und Bemühungen um Gleichstellung der Geschlechter und um gleichberechtigte Teilhabe abgekoppelt und rückt in einen Schattenbereich gesellschaftlicher Modernisierung, der als anachronistisch und apolitisch wahrgenommen und bewertet wird.
In der Zweiten Frauenbewegung wurde der Zusammenhang von Hausarbeit und Geschlecht engagiert thematisiert, als es um Neubewertung und gesellschaftliche Anerkennung der Haus- und Familienarbeit sowie um Forderungen nach gleichberechtigter Arbeitsteilung auch im Privaten ging. Gerade das „Wieder-Abtauchen“ der Hausarbeit in die verborgenen, undiskutierbaren, privatisierten Sphären macht es heute schwierig, einen kritischen Blick auf Funktion und Bedeutung von Hausarbeit im Kontext aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen zu bekommen.
Eine Einbindung der Frauen in den Erwerbsarbeitsmarkt ist vorangetrieben worden, ohne dabei jedoch hinreichend die strukturellen Änderungen zu schaffen, um diesen gesellschaftlichen Wandel nachhaltig tragfähig zu machen. Öffentliche Haushalte bauen gerade die Dienstleistungen ab, die von Frauen und Familien als Entlastung in Anspruch genommen werden können. So müssen im Privaten die Defizite struktureller Umbauten aufgefangen und ausgeglichen werden. Im Zuge dieser Veränderungen ist in den industrialisierten Ländern ein Markt für haushaltsnahe Dienstleistungen entstanden, der gering bezahlte Arbeitsplätze für Frauen bereithält. Gleichzeitig gibt es einen informellen Arbeitsmarkt, auf dem Migrantinnen den Weg zu Arbeit in Privathaushalten unter z.T. menschenunwürdigen Bedingungen finden.
Die WOU will kritische Zugänge zu diesen Themen und Fragen ermöglichen.
| Donnerstag, 2. Februar 2012 | |
| 11.30 - 13.00 | Einführungs-Workshop mit Studierenden und Interessierten Verena Bruchhagen In den Schuhen der Gärtnerin Crossworking: Kunst und Heimarbeit Ausstellung (und Führung) der Künstlerin Cornelia Regelsberger, Dortmund/Lübeck |
| 14.00 - 16.00 |
Eröffnung und Begrüßung Verena Bruchhagen, Dr. Gisela Steenbuck, TU Dortmund Friederike Höher, Institut Kirche und Gesellschaft Grußwort: Martina Stackelbeck, Gleichstellungsbeauftragte der TU Dortmund
Input: HausARBEIT und FamilienARBEIT - Ein Thema zur Wi(e)dervorlage? Verena Bruchhagen / Dr. Gisela Steenbuck, TU DortmundInput: (Un)verzichtbar: Doing Gender – Doing Hausarbeit? Doris Kischel, DHB-Netzwerk Haushalt, Frauenstudien TU Dortmund
"Ist Haus- und FamilienArbeit heute noch ein Thema?" Problemlagen, Positionen, Perspektiven“ Diskussion mit Fachpublikum aus Wissenschaft, Politik, Gewerkschaft, Kirche und Verbänden |
| Kaffeepause | |
| 16.30 - 17.30 |
Privat und verborgen – von Frauen gemacht. Hausarbeit in alten und neuen Diskursen Dr. Barbara Stiegler, Bonn |
| Freitag, 3. Februar 2012 | |
| 09.30 |
Geschichte/n der Hausarbeit Vor-Lesung: Erlesene und gelesene Einblicke |
| 10.00 - 11.00 |
Der Vater im familialen Binnenraum. Verhandlungen über Engagement und Anerkennung Dr. Diana Lengersdorf, TU Dortmund
Diskussions-Forum Wer macht´s? Private Aushandlungsprozesse in Familien- und Paarbeziehungen |
| 11.30 - 13.00 |
Einblicke in den Alltag der Haus- und Familienarbeit - Beobachtungen und Deutungen Seminarpräsentation von Studierenden |
| Mittagspause | |
| 14.00 - 15.30 |
Beispiellos: ein internationaler Arbeitsstandard für menschenwürdige Arbeit von Hausangestellten Prof. Dr. Eva Senghaas-Knobloch, Bremen |
| Pause | |
| 16.00 - 17.30 |
(un)gleich: Achsen zwischen Selbstverwirklichung und Überlebenskampf Workshop zu dem Episoden-Film „Loin de 16e“ von Walter Salles, Daniela Thomas Nicole Kirchhoff und Verena Bruchhagen, TU Dortmund |
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Samstag, 4. Februar 2012 |
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| 9.30 |
Hausarbeit im Spiegel der Literatur der Frauenbewegung Vor-Lesung |
| 10.00 - 11.00 |
Versorgungsarbeit im Spiegel feministischer Ökonomie Dr. Elisabeth Stiefel, Köln Anschl. Thesen-Parcour zum Vortrag |
| Pause | |
| 11.30 - 13.00 |
Familie als Diversitätsmerkmal: |
| Mittagspause | |
| 14.00 - 15.30 |
Care-Arbeit, Familienmanagement, haushaltsnahe Dienstleistungen: privatisiert – vermarktet – professionalisiert…welche Lösung für welches Problem? Talkrunde mit Referentinnen der Frauenarbeit in Bildung, Kultur und Politik,
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| Pause | |
| 16.00 - 17.30 |
Haus- und FamilienARBEIT: Wiedervorlage und Revue Moderation: Verena Bruchhagen, Dr. Gisela SteenbuckVernetzung und Ausklang |