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Kurzdarstellung der Beiträge

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Nach der Schule

 

Dagmar Willert, Köln (21)

Lebensgeschichten, die erzählt werden wollen

Menschen, die von Geburt an keine oder wenig Möglichkeiten haben, sich lautsprachlich auszudrücken, sind in einem hohen Maße von den Menschen abhängig, die sie auf ihrem Lebensweg begleiten. Besonders wenn es darum geht, Lebensgeschichte(n) zu erzählen und sich vorzustellen. Meist werden sie neben den Familienmitgliedern von ‚Professionellen’ wie Erzieherinnen, Therapeuten, Lehrern, Betreuern in Wohnhäusern und Werkstätten für behinderte Menschen auf ihrem Lebensweg begleitet. Wenn eine dieser Personen geht, gehen oft mit ihr auch die gemeinsamen Erlebnisse und Erfahrungen. In diesem Workshop möchte ich darstellen, welche Dokumentationsformen in einer WfbM möglich sein können, die nicht nur die Akte füllen, sondern mögliche Übergänge zwischen Institutionen besser gestalten und letztendlich dem betroffenen Menschen eine Möglichkeit geben, seine Lebensgeschichte zu erzählen.

10:00 – 11.30 Uhr / Workshop / Anfänger

 

Verena von Holzen, Neuenburg, CH (13)

Emanuels Hilfe im Arbeitsalltag oder: „Was soll ich jetzt tun?“

Stellen Sie sich vor: Sie haben eine geistige Behinderung und beginnen in einer geschützten Werkstatt zu arbeiten. Ihre Aufgabe ist, Kaffeebestellungen für Firmen mit Kaffeeautomaten auszuführen. Sie bekommen einen Bestellzettel, auf dem geschrieben steht, wie viele Portionen von welchem Kaffee aus dem Lager geholt und in eine Schachtel verpackt werden müssen. Sie können aber nicht lesen – weder den Bestellzettel noch die Lagerbeschriftung!
Die französische Vereinigung UNAPEI und die Werkstatt FOVAHM in der Schweiz haben im Rahmen eines Projektes die Verwendbarkeit von B.A.Bar für den Einsatz in einer geschützten Werkstatt geprüft. B.A.Bar wird dazu gebraucht, Menschen mit einer geistigen Behinderung zu helfen, sich in der Arbeitswelt zurecht zu finden. Außerdem erhöht es die Selbstständigkeit von Menschen, welche darauf angewiesen sind, dass ihnen jemand den nächsten Schritt ihrer Arbeit mitteilt. Wir stellen Ihnen das Projekt mit Videobeispielen vor.

12:00 – 13:00 Uhr / Vortrag / Anfänger

 

Prof. Dr. Gregor Renner, Dr. Annett Thiele, Freiburg (26)

Persönliche Zukunftsplanung für unterstützt kommunizierende Menschen

Die Persönliche Zukunftsplanung (PZP) ist ein Verfahren, das seine Wurzeln außerhalb der Pädagogik für Menschen mit Behinderung hat, aber dort zunehmend Anwendung und Verbreitung findet. Insbesondere bei biographischen Umbrüchen, wie dem Übergang von der Schule in nachschulische Lebenssituationen, wird es immer häufiger eingesetzt. Es bietet ein hohes Potential, die Möglichkeiten für ein selbstbestimmtes Leben für Menschen mit und ohne Behinderung erheblich zu erweitern. Es besteht jedoch auch die Gefahr, dass Strukturen der Fremdbestimmung lediglich umetikettiert werden. Für unterstützt kommunizierende Menschen gilt das in besonderem Maß. Damit sie an der Persönlichen Zukunftsplanung aktiv und selbstbestimmt partizipieren können, müssen sie in der Lage sein bzw. in die Lage gebracht werden, sich an den kommunikativen Prozessen zu beteiligen, um so ihre Zukunft mitzugestalten. Das ist eine komplexe Aufgabe. Im Workshop werden wir das Konzept der Persönlichen Zukunftsplanung im Hinblick auf unterstützt kommunizierende Menschen vorstellen und mögliche Leitlinien für die Anwendung diskutieren.

14:30 – 16:00 Uhr / Workshop / Anfänger

 

Michaela Koebele, München (2)

Unterstützte Kommunikation und selbstbestimmt Wohnen

Als Kind wuchs ich bei meiner Mutter auf. Sie hatte den Wunsch, dass ich weitgehend selbstständig werde und ging mit mir zu verschiedenen Therapien. Die ersten 11 Schuljahre verbrachte ich in der Montessorischule. Nach der Montessorischule wechselte ich auf eine Körperbehindertenschule. Dort machte ich zwei Jahre so eine Art Berufsvorbereitung. Ich war begeistert. Hier bekam ich endlich genügend Zeit mich verbal am Unterricht zu beteiligen. Mit 21 Jahren beendete ich meine Schullaufbahn. Ich war zu dieser Zeit bei einer Ergotherapeutin. Sie erzählte mir von dem Talker, den ich nun seit 7 Jahren habe. Zum ersten Mal konnte ich mit jedem sprechen und diskutieren. Danach entschied ich mich für eine Förderstätte, wo ich im Computerbereich beschäftigt bin.
Ich zog zur gleichen Zeit in ein Wohnheim, musste jedoch feststellen, dass es dort viele Regeln gab. Aus diesen Gründen zog ich in eine WG. Nach einem Jahr zog ich in eine eigene Wohnung. Als erstes stellte ich beim Wohnungsamt einen Antrag auf eine Sozialwohnung. Eine weitere Hürde war der medizinische Dienst. Er überprüfte, ob ich wirklich so viel Hilfe benötige. Im April 2005 kam der Bescheid vom Wohnungsamt reingeflattert, dass sie für mich eine geeignete Wohnung hätten. Unterstützung in den Gehaltsabrechnungen bietet mir ein gemeinnütziger Verein, der von Behinderten geleitet wird! Dennoch habe ich als Arbeitgeber viel zu tun.

16:30 – 17:30 Uhr / Vortrag / Anfänger

 

Imke Niediek, Karen Ling, Darmstadt (8)

Unterstützte Kommunikation in der Hilfeplanung. Möglichkeiten und Grenzen unterschiedlicher Methoden und Instrumente

Individuelle Hilfeplanung (IHP) bedeutet, ausgehend von dem Bedarf der einzelnen Person ein individuelles Unterstützungssystem zu entwickeln und umzusetzen, damit die Person selbstbestimmt am Leben in der Gesellschaft teilhaben kann. Gleichzeitig betrifft IHP nicht nur pädagogische Fragen, sondern auch die Steuerungsinteressen der Kostenträger. Die in der Praxis eingesetzten Instrumente bewegen sich zwischen diesen beiden Funktionen und berücksichtigen selten Möglichkeiten der partizipativen Bedarfserhebung insbesondere bei Menschen mit Kommunikationsbeeinträchtigungen.
In diesem Workshop wollen wir auf der Grundlage einer ersten Voruntersuchung miteinander darüber ins Gespräch kommen, welche Erfahrungen mit der IHP bereits vorliegen. Gemeinsam sollen Strategien und Perspektiven für die weitere Arbeit entwickelt werden.

10:00 – 11:30 Uhr / Workshop / Fortgeschrittene

 

Ralf Strotmann, Sabine Manke, Köln (10)

"Streitschlichtung von und mit Menschen mit Behinderung - Wer streiten kann, kann auch schlichten!"

Mediation (Streitschlichtung) hat in den letzten Jahren in unterschiedlichen Bereichen als anerkannte Methode zur Konfliktlösung Verbreitung gefunden. Ausgehend von der Überzeugung, dass diese auch von und mit Menschen mit Behinderung erlernt und angewandt werden kann, haben die Gemeinnützigen Werkstätten Köln GmbH (GWK) eine gemeinsame Fortbildung von Menschen mit geistiger Behinderung und pädagogischem Personal in Streitschlichtung durchgeführt. Die von Beginn an verfolgte Konzeption, Menschen mit Behinderung als Streitschlichter einzusetzen und den Fachkräften eine assistierende Funktion zuzuweisen, hat sich bewährt und ist erfolgreich im Werkstattalltag integriert. Kontinuierlich wird gemeinsam an der Weiterentwicklung der Methodik gearbeitet. So haben UK-Nutzer die Möglichkeit durch ein überarbeitetes Konzept den Prozess der Streitschlichtung mitzuerleben. Die Methode sowie die unterstützenden Arbeitsmaterialien sollen im Workshop vorgestellt, diskutiert und ausprobiert werden.

12:00 – 13:00 Uhr / Workshop / Anfänger

 

Gerhild Garthoff, Sondershausen (4)

Die Piktogrammuhr - Schüler und Erwachsene mit und ohne Ziffernkenntnis lernen sinnvoll die Uhr lesen

Im Workshop werden die Teilnehmer erfahren, wie Schüler (MIT und OHNE Ziffernkenntnis) und Erwachsene (in WfB) unter Zuhilfenahme von Bildern und Bildzeichen die vollen Stunden auf einer Uhr lesen lernen. Dies ermöglicht o. g. Personengruppe das sinnvolle Tragen und Nutzen von Uhren mit Hilfe der Unterstützten Kommunikation.
Im Workshop werden die Teilnehmer lernen, wie dies alles in die Praxis umgesetzt werden kann. Ich gebe Einblick in die von mir extra für dieses Projekt ausgearbeiteten und entworfenen elementaren Hilfen zum Erlernen der Uhrzeit mit Kopf, Herz und Hand für ALLE: Kinder und Erwachsene.
Im Workshop werden die Teilnehmer erleben, wie einfach es sein kann, nicht nur die Piktogrammuhr zu lesen, sondern sie auch sinnvoll im Alltag zu nutzen. Diese Erkenntnisse dienen auch dem Lesen (lernen) aller analogen und digitalen Uhren.
Im Workshop kann sich jeder Teilnehmer gegen das Vergessen ein kleines Buch herstellen, die mitgebrachten Materialien anschauen und ausprobieren.
Die Teilnehmer des Workshops bekommen außerdem einen Flyer und eine CD mit wichtigen Informationen zur Piktogrammuhr (http://home.arcor.de/piktogrammuhr).

14:30  - 16:00 Uhr / Workshop / Fortgeschrittene

 

HOT SPEAKERS, Stephanie Schuchmann, Mike Senhofer, Wilma Simon, Ralf Strotmann (15)

„Auch wer nicht sprechen kann, hat viel zu sagen!"
Jahrestreffen unterstützt kommunizierender Menschen

Das Jahrestreffen hat eine lange Tradition und findet alljährlich zu Pfingsten statt. Menschen, die zur Kommunikation nichtelektronische oder elektronische Hilfsmittel verwenden, sowie ihre privaten und beruflichen Bezugspersonen haben hier Gelegenheit zu Begegnung und Austausch. Im Mittelpunkt stehen Workshops, die Kreativität und Phantasie anregen, und Gesprächsgruppen zu bestimmten Themen. Abends finden gesellige Programme statt.
Der sehr lebendige Vortrag (Fotos, Videos, Interviews) wird gemeinsam mit den HOT SPEAKERS (autorisierte Co-ReferentInnen für ISAAC GSC) gestaltet, die schon oft am Jahrestreffen teilgenommen haben. Das Konzept und seine Umsetzung werden aus verschiedenen Perspektiven (TeilnehmerInnen, ModeratorInnen, Leitungsteam, KommunikationshelferInnen) vorgestellt. Den „letzten Schliff“ erhält unser Beitrag zur 10. Fachtagung in einem Workshop-Angebot beim Jahrestreffen Pfingsten 2009.

16:30 – 17:30 Uhr / Vortrag / Fortgeschrittene

 

Silvia Ziswiler, Simone Schori, Zug, CH (5)

Praktische Ideen in der UK-Anwendung zur Gestaltung eines erfolgreichen Übergangs von der Schule ins Wohnheim

Fehlen zündende Ideen, UK-Hilfsmittel in Schule, Wohnheim oder Alltag einzusetzen? Wir bieten Lösungen für Arbeitsalltag, Schule und Freizeit. aimline, unsere Dienstleistung im Bereich der didaktischen Materialien, hilft Eltern und Betreuungspersonen ihre Ziele in UK zu erreichen. aimline-Ideen erleichtern den Übergang von Schule in Erwachsenenbereich. Benutzer erhalten eine andere Stellung in der Gruppe, da sie gewisse Vorgänge mitentscheiden. Mitbestimmung im Alltag wirkt positiv auf verhaltensoriginelle Menschen. Durch UK erhalten sie Aufmerksamkeit, ohne durch negatives Verhalten auffallen zu müssen. Unser Anliegen im Workshop ist es, Betreuungspersonen für diese Übergangsphase zu sensibilisieren, um Anzeichen eines Kommunikationszusammenbruchs frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu handeln.

10:00 – 11:30 Uhr / Workshop / Fortgeschrittene

 

Jutta Benetz, Wilhelmshafen (3)

„Ich möchte mit dir sprechen“
Begegnung mit Unterstützter Kommunikation bei der GPS

Die GPS Wilhelmshaven betreibt im Nordwesten Deutschlands zahlreiche Einrichtungen zur Unterstützung von Menschen mit Behinderungen (Heilpädagogische Kindergärten, Tagesbildungsstätten, Werkstätten unterstützte Wohngruppen u.a.). Seit dem Jahr 2001 wird das Thema Unterstützte Kommunikation mehr und mehr in die Arbeit der Einrichtungen einbezogen. Dazu hat sich ein Arbeitskreis gegründet, der sich vor allem der kontinuierlichen Weiterbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter widmet.
Im Jahr 2007 wurde der aktuelle Stand der Unterstützten Kommunikation bei der GPS in einem 45minütigen Film dokumentiert. Anhand von zwölf Fallbeispielen werden vom Kindergartenkind bis zur erwachsenen Frau, die in der Werkstatt arbeitet, die verschiedenen Formen der Unterstützten Kommunikation erläutert und mit einfühlsamen Bildern eindrucksvoll dargestellt.
Im Anschluss an die Vorführung des Films wird die Weiterentwicklung der UK bei der GPS vorgestellt. Film und Vortrag münden in die Gelegenheit zum Gespräch für einen fachlichen Austausch.

12:00 – 13:00 Uhr / Workshop / Fortgeschrittene

 

Marc Tebbe, Oerlinghausen (16)

Musik und UK mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen

 

In dem Workshop sollen die Teilnehmer Ideen bekommen, wie sie bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen UK mit Musik verbinden können. Es werden Rap-Songs vorgestellt, die Themen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen ansprechen und gleichzeitig Kernvokabular benutzen. Es wird beschrieben, wie man ausgehend von dem Zielvokabular, welches man einüben möchte, kurze Reime erstellen und mit Hintergrundmusik verbinden kann. Im Bereich Instrumentalmusik geht es einerseits um die Vertonung von (Bilder-)geschichten mit Trommeln und Percussion, andererseits um das Dirigieren von Gruppen mit Formen der Unterstützten Kommunikation (Gebärden, elektronische Kommunikationshilfen).
Als Material bekommen die Teilnehmer Raptexte sowie (selbsterstellte) instrumentale HipHop-Musik, die sie universell für jegliche Reime zum Rappen benutzen können.

14:30 – 16:00 Uhr / Workshop / Anfänger

 

Monika Graßhoff, Wedel (6)

Wortschatzerweiterung mit einer elektronischen Kommunikationshilfe
- eine UK-Fördermaßnahme am Beispiel eines Werkstufenschülers

Dokumentation einer UK-Förderung bei einem 17jährigen Werkstufenschüler, der mit einem SmallTalker mit dem Anwendungsprogramm Wortstrategie 84 kommuniziert. Anhand von Filmen, Fotos, Erfahrungsberichten und eigenen Materialien werden der Ablauf, das methodische Vorgehen und die Ergebnisse des für ein Jahr geplanten Projektes vorgestellt. Dieser Vortrag richtet sich an alle, die praktische Anregungen und Hilfestellungen für eine kontinuierliche Wortschatzerweiterung mit einer elektronischen Kommunikationshilfe suchen.

16:30 – 17:30 Uhr / Vortrag / Anfänger

 

Stephanie Schuchmann, Osnabrück (1)

mit augen gehe ich durch meine welt ohne meine spastik!

Hallo, ich bin Stephanie Schuchmann und ich forsche an mir! Zum Beispiel wie die Spastik sich bei bestimmten Situationen verhält. Die praktische Sache ist, ich bin selber eine Frau mit athetotischer Spastik, also brauche ich nur meinen Körper dazu und das kann ich alleine! Nebenbei manage ich mein Leben. Nichts Spektakuläres, mit einer Menge Kompensierkunst. Meine tollen Assistenten assistieren mir dabei. Sicherlich könnte ich über das Leben mit Assistenz erzählen, aber es gibt noch Spannenderes, zum Beispiel was macht die Spastik, wenn ich etwas denke hört die Spastik dann und folgt mir? Ich sage es Ihnen gern!

12:00 – 13:00 Uhr / Vortrag / Anfänger

 

Prof. Dr. Jo Jerg, Jens Ehler, Reutlingen (23)

Persönliche Zukunftsplanungen zur individuellen und inklusiven Umsetzung von Lebensvorstellungen von Frauen und Männer mit Behinderungserfahrung

Persönliche Zukunftsplanungen ermöglichen jedem Menschen mit Unterstützungsbedarf und ihren Angehörigen einen Rahmen, weiterführende Perspektiven mit einem selbst gewählten UnterstützerInnenkreis zu planen. Dabei stehen die Träume und Wünsche der Menschen mit Behinderungserfahrung im Zentrum der Entwicklung von Zielen und konkreten Vorgehensweisen.
Nach einer kurzen inhaltlichen Vorstellung der Persönlichen Zukunftsplanung wird aus zwei Perspektiven auf die wachsende Bedeutung und erfolgreiche Praxis der Methode Bezug genommen. Zum einen werden aus wissenschaftlicher Sicht die Grundhaltungen und Wirkungen der Methode vorgestellt; zum anderen werden aus der Perspektive eines Experten die konkreten Erfahrungen und Konsequenzen im Alltag dargestellt.

14:30 – 16:00 Uhr / Vortrag / Anfänger

 

Assessment und Interventionsplanung

 

Uli Ehlert, Stephanie Schuchmann, Bochum (18)

Einen Augenblick, bitte. Oder: Adieu Scanning!

Augensteuerungen revolutionieren die UK-Welt. Zwar existieren erste Hilfsmittel seit 20 Jahren, doch erst seit kurzem sind Augensteuerungen wirklich alltagstauglich: mobil, intuitiv bedienbar und präzise steuernd - auch unter erschwerten Bedingungen. Eyetracking hat nun die nötige Reife, um Scanningverfahren als Eingabemethode abzulösen – und das geschieht überraschend schnell.
Der Beitrag erläutert Funktionsprinzipien und technologische Grenzen, zeigt Auswirkungen auf anzubietende Inhalte, stellt Zielgruppen und Einsatzstrategien vor.
Ein Schwerpunkt liegt auf dem praktischen Nutzen: Welche neuen Möglichkeiten bietet Augensteuerung im Vergleich zu Scanning? Was bringt der enorme Geschwindigkeitszuwachs im täglichen Leben?
Stephanie Schuchmann (Unterstützt Sprechende) und Uli Ehlert (Tobii Technology) zeigen Anwender- und Herstellersichtweise.

10:00 – 11:30 Uhr / Vortrag / Fortgeschrittene

 

Elianna Mantaka-Brinkmann, Kika Giaxoglou, Pavlina Alevromagirou, Dionisos, GR (27)

Können alle Kinder auf dem Spielplatz spielen?

Die erste Untersuchung hat im integrativen Kindergarten der Pammakaristos Einrichtung stattgefunden. Sie basiert auf der ursprüngliche Beobachtungsform von Ingram, D. und Troxell, L. (2007) “Assessing children with autism, mental retardation, and typical development using the Playground Observation Checklist.”
Die Forschungsarbeit hatte 3 Ziele:

Erste Ergebnisse zeigen, dass Kinder mit Kommunikationsschwierigkeiten in verschiedenen Bereichen (Spielen, Sozialverhalten etc. ) schlechter abschneiden als vergleichbare Altersgenossen.

16:30 – 17:30 / Vortrag / Fortgeschrittene

 

Irene Leber, Karlsruhe (28)

Förderdiagnostik Unterstützte Kommunikation

In der Unterstützten Kommunikation stellt sich immer wieder die Frage danach, an welchem Punkt in der kommunikativen Entwicklung eines Menschen welche UK-Fördermaßnahme einen Sinn macht. Eine gute Diagnostik erspart frustrierende Erlebnisse und führt schnell zu einem individuell angepassten Kommunikationssystem. Dafür steht jedoch in der Realität oft nur wenig Zeit zur Verfügung. Beeinflusst von Ansätzen verschiedener Autoren wie Bloom und Lahey, Kane, Reynell, Zollinger, dem COCP-Programm, Kristen und anderen wurde ein Fragebogen entwickelt mit dem Ziel die Fähigkeiten der Kommunikation in der sensumotorischen Entwicklung möglichst schnell abzuklären und damit gleichzeitig (orientiert am Partizipationsmodell) UK-Förderansätze aufzuzeigen.

12:00 – 13:00 Uhr / Vortrag / Anfänger

 

Birgit Henning, Elin Schirmer, Dortmund (11)

Progrediente Erkrankungen mit Verlust der Lautsprache im Kindesalter am Beispiel von MPS III/ Sanfilippo – welche Rolle spielt die Kommunikationsförderung?

Mukopolysaccharidose Typ III / Sanfilippo ist ein Beispiel für eine seltene, progrediente und lebensverkürzende Stoffwechselerkrankung im Kindesalter. Kennzeichnend ist u.a. ein meist im Vorschulalter beginnender, zeitlich nicht genau vorhersagbarer Verlust der lautsprachlichen Fähigkeiten.
Die Referentinnen sehen aus verschiedenen Perspektiven Potentiale der Förderung kommunikativer Kompetenzen für diese Gruppe von Kindern, die im Arbeitsfeld von UK bisher kaum Erwähnung findet. Für die mangelnde Berücksichtigung in der Praxis lassen sich Gründe benennen, die mit Faktoren des Krankheitsverlaufes und Annahmen der Einflussnahme in einem Zusammenhang stehen.
Der Workshop berichtet über praktische Erfahrungen mit UK am Beispiel von MPS III und stellt Zwischenergebnisse aus einer Promotionsstudie zum Prozess der Kommunikation im Verlauf der Erkrankung vor. Eine weiterführende Diskussion mit den Teilnehmern ist erwünscht.

14:30 – 16:00 Uhr / Workshop / Fortgeschrittene

 

Franca Hansen, Bremen (12)

TASP – ein Diagnostiktest zur Abklärung des Symbolverständnis und Leistungsverhalten in der Unterstützten Kommunikation

Der Test of Aided-Communication Symbol Performance (TASP) kann mit „Test über Symbolverständnis und Leistungsverhalten in der Unterstützten Kommunikation“ übersetzt werden. Er wurde 2003 von JOAN BRUNO mit Unterstützung des „Children’s Specialized Hospital“ und der Firma Mayer-Johnson veröffentlicht. Der Test wurde für den deutschsprachigen Raum überarbeitet und 2009 durch den REHAVISTA-Firmenverbund herausgegeben.
Der Diagnostiktest TASP wird als ein Verfahren im laufenden UK-Diagnostikprozess gesehen. Er liefert dazu Ergebnisse, die als Leitlinie zum Aufbau vom Kommunikationsoberflächen, zur Auswahl vorhandener Kommunikationsstrategien oder zur Definition von neuen UK-Zielen helfen können.
Im Vortrag wird der TASP vorgestellt und die vier Bausteine – (1) Symbolgröße und Anzahl, (2) grammatische Fähigkeiten, (3) Kategorienverständnis und (4) Syntaxverständnis/ Anwendung von Satzbau - genauer erläutert. Der Einsatz in der Praxis und die Umsetzungsmöglichkeiten der Test-Ergebnisse werden besprochen.

16:30 – 17:30 Uhr / Vortrag / Anfänger

Praxis

 

Prof. Dr. Gregor Renner, Lars Tiedemann, Freiburg (25)

Organisation von Wortschätzen in Kommunikationsmappen und Geräten mit dynamischer Benutzeroberfläche

Die Organisation von Vokabular ist schon lange ein zentrales Thema in der Unterstützten Kommunikation. In jüngster Zeit wurde die Diskussion belebt durch Vorschläge für standardisierte Kommunikationsordner von Boenisch und Sachse (2007) sowie von Pivit, Hüning-Meier und Bollmeyer (2008; MOHECO-Kommunikationsordner). Bei den technischen Kommunikationshilfsmitteln bekommen Geräte mit dynamischen Benutzeroberflächen zunehmende Bedeutung. Wie können bei diesen unterschiedlichen Kommunikationsmitteln Seiten gestaltet, Verbindungen geschaffen und damit Wortschätze organisiert werden? Welche Kritieren sind hier anzulegen? Welche Strategien gibt es?
Am Beispiel des Freiburger Vokabulars werden unterschiedliche Optionen für Benutzeroberflächen hinsichtlich ihrer Vor- und Nachteile vorgestellt, diskutiert und Strategien für die Gestaltung von Benutzeroberflächen erarbeitet.

10:00 - 11:30 / Workshop / Anfänger

 

Stefanie Sachse, Köln (20)

Kern- und Randvokabular in der UK. Sprachentwicklung unterstützen, Förderung gestalten

Dem Thema „Kern- und Randvokabular“ wird im Kontext Unterstützter Kommunikation zunehmend mehr Beachtung geschenkt. In diesem Zusammenhang interessiert zunächst, welche Wörter in der UK-Förderung Berücksichtigung finden sollen. Außerdem spielen z.B. folgende Aspekte eine Rolle:

Diese und weitere Themen werden Gegenstand des Vortrags sein. Anhand von Informationen aus der Sprachentwicklung sprechender Kinder und Praxisbeispielen zu den Kommunikationsmaterialien von Boenisch/Sache (2007) werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie am übergeordneten Förderziel „Unterstützung der Sprachentwicklung“ gearbeitet werden kann (z.B. durch das Mitnutzen der Materialien, mit Klett-Tafeln, Reimen oder Kinderbüchern).

10:00 – 11:30 Uhr / Vortrag / Fortgeschrittene

 

Brunhild Petersen, Meike Stahl, Kassel (7)

Entdecke die Kraft der Sprache
Kontextbezogene Kommunikationsförderung mit einfachen Sprachausgabegeräten

Wer kennt das nicht: Ein GoTalk wird nur zum Auswählen beim Frühstück eingesetzt, der BIGmack dient als Nachrichtenübermittler und auf dem Step-by-Step wird täglich die Stundenplanansage aktualisiert … .
Zahlreiche Kommunikationshilfen werden zwar regelmäßig, aber häufig nur für eine bestimmte Funktion benutzt. Dabei lassen sich diese Hilfsmittel als Medien sehr flexibel anwenden, um die Wirkung von Sprache erfahrbar zu machen und um darauf aufbauend Kommunikationsstrategien zu vermitteln.
Anhand von konkreten Anwendungsbeispielen zeigen wir, wie es möglich ist, die verschiedenen einfachen Sprachausgabegeräte im Alltag sinnvoll und vielseitig einzusetzen, so dass sie die betreffende Person effektiv in ihrer Kommunikationsentwicklung unterstützen.

12:00 – 13:00 Uhr / Vortrag / Fortgeschrittene

 

Paul Andres, Kathrin Rieker, Springe (30)

Biete Wörter, suche Geschichte

Geschichten können lang wie ein Märchen sein, aber auch sehr kurz (z.B. Ich mag Opa, weil er mir vorliest.). Wenn mindestens zwei Ereignisse zueinander in Beziehung gesetzt werden und somit zusammenhängend erzählt werden, reden wir schon von „narrativen Fähigkeiten“. Solche Fähigkeiten gelten als eine Basis, um an einer Unterhaltung erfolgreich teilnehmen zu können. Sie werden in der normalen Sprachentwicklung durch Vorbild und Erfahrung gelernt.
Viele Nutzer von elektronischen Kommunikationshilfen sind in der Lage, ein-, zwei- oder Mehrwortäußerungen zu bilden, scheitern aber schon am Versuch, von Zusammenhängen des täglichen Lebens zu berichten.
Was sind narrative Fähigkeiten? Warum ist ihre Vermittlung in der UK – Förderung so wichtig?
Dieses in Deutschland neue Themenfeld für die Unterstützte Kommunikation bietet:

14:30 – 16:00 Uhr / Vortrag / Fortgeschrittene

 

Prof. Dr. Hildegard Heidtmann, Katrin Möhlecke, Kiel (24)

„Alte“ Konzepte in neuen Kontexten: Spiel, Format und Pragmatik als zentrale Elemente der Kommunikationsförderung in Unterstützter Kommunikation

Zunächst werden konzeptionelle Grundlagen der zentralen Elemente Spiel, Format und Pragmatik beschrieben und anhand von Beispielen erläutert. Anhand der Sprach- und Kommunikationsförderung mit einem Kind mit einer komplexen Behinderung werden sowohl verschiedene Spielformate zur Förderung kommunikativ-pragmatischer Kompetenzen als auch das Format „Ball spielen“ in seiner differenzierten Entwicklung beschrieben.

16:30 – 17:30 Uhr / Vortrag / Anfänger

 

Sabine Ell, Köln (19)

Der sprechende Frühstückstisch: Szenenbilder im Einsatz

Eine gezeichnete Szene oder auch ein reales Foto bilden den Hintergrund (z.B. eine Abbildung des Frühstückstisches). Die einzelnen Elemente (z.B. die Tasse) beinhalten Mitteilungen (z.B. „Ich möchte eine Tasse Kaffee“). Die Szenenbilder liefern den kommunikativen Kontext und Aussagen oder Vokabular sind kontextbezogen organisiert.
Im Vortrag werden unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten von Szenenbildern vorgestellt. Mit Bezug auf aktuelle Forschungsergebnisse wird aufgezeigt, für welche Nutzergruppen der Einsatz von Szenenbildern sinnvoll sein kann und wie diese verwendet werden können. Die Kombination von Szenenbildern mit anderen Kommunikationsoberflächen, z.B. im Rasterformat, aber auch Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes von Szenenbildern werden diskutiert.

10:00 – 11:30 Uhr / Vortrag / Fortgeschrittene

 

Brigitta Gamm, Eva Mayer, Mucki Guntli , Chur, CH (39)

forum-lichtblick.ch - Die Website von Menschen mit Behinderungen.
„....denn Reden kann man nicht nur mit dem Mund!“

Im Vortrag werden folgende Inhalte behandelt:

Seit März 09 steht die Website forum-lichtblick.ch Menschen mit Behinderungen zur Verfügung, um eigene Beiträge (Fotos, Bilder, Pictogramme, Videos, Ton- und Schrift-Beiträge) zu veröffentlichen. Diese Seite „gehört“ Menschen mit Behinderungen, steht aber ausdrücklich auch allen Anderen zur Verfügung.

Ziele des Projektes:
Auf Seiten der Menschen mit Behinderungen: Förderung des Selbstbewusstseins; Wahrnehmung, Wertschätzung, Pflege und Entwicklung der eigenen Kompetenzen; Erlebnis von „Autorenschaft“ sowie Austausch und Kontakt.
Auf Seiten der Nichtbehinderten: Förderung der Wahrnehmung behinderter Menschen als kompetente Mitglieder der Gesellschaft; Ermöglichung von Austausch und Dialog; Abbau von Vorurteilen

12:00 – 13:00 Uhr / Vortrag / Anfänger

 

Karin Bonse-Olsen, Barbara Weisenberger, Rainer Grupp, Gerhard Hornicek, Jürgen Mossecker, München (31)

Ordner „Unterstützte Kommunikation (UK) in Unterricht und Schule" – Darstellung des Projektes

Im Rahmen eines Arbeitskreises des Staatsinstituts für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) in München wurde die Handreichung „Unterstützte Kommunikation (UK) in Unterricht und Schule“ für Lehrkräfte, Erzieher und Therapeuten erstellt. Die Handreichung erscheint in Form eines Ordners inklusive DVD mit ca. 25 Filmbeispielen. Eingebunden ist diese Veröffentlichung in eine Initiative zu UK durch das bayerische Kultusministerium, der Akademie für Lehrerfortbildung in Dillingen und des ISB zum Aufbau von regionalen UK-Tandems und UK-Koordinatoren an Schulen in Bayern. Jeweils ein Kollege aus dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung sowie des Förderschwerpunktes körperliche und motorische Entwicklung (Mitarbeiter der ELECOK-Beratungsstellen) bilden ein Tandem.
Vorgestellt wird die Entstehung und der Inhalt der Handreichung sowie die Initiative zu UK in Bayern.

14:30 – 16:00 Uhr / Workshop / Anfänger

 

Caroline Musslewhite, Litchfield Park, USA (37)

Visual Strategies: Supporting AAC Users Before, During, and After Activities

This workshop describes a project across multiple school districts to scaffold classroom staff in using a visual supports for planning, implementing, and reviewing frequent classroom activities. This project attempted to move beyond offering visual supports (e.g., schedules, choice boards, topic boards, communication boards), and scaffold learning through the use of visual strategies (e.g., smart charts to cue adults, use of squeeze light cueing). The session will include supports before activities (planning goals, locating and rehearsing vocabulary), during activities (using a teaching agenda, smart prompting, and consistent modeling), and after activities (oral and written review of events).

16:30 – 17:30 Uhr / Workshop / Fortgeschrittene

 

Monika Hüning-Meier, Martin Baunach, Thomas Hermann, Conny Pivit, Wilma Simon, Ina Steinhaus, NRW (34)

Kommunikation bringt Teilhabe - Teilhabe braucht Methode.

Aktive Partizipation unterstützt sprechender Schülerinnen und Schüler passiert nicht von alleine. Sie ist angewiesen auf ein System „Schule“, das die Heterogenität von Lerngruppen als förderlich für Kommunikationsförderung und Bildung aller Kinder und Jugendlichen begreift. Standards für UK-Förderung und einen Unterricht mit UK sind ebenfalls unverzichtbar, wie ANUK sie 2007 bereits veröffentlicht hat.
Für den Unterricht in heterogenen Lerngruppen gilt es, methodische Entscheidungen zu treffen, die helfen, in der Gemeinschaft der Klasse oder Gruppe individuelle Schwächen auszugleichen und Stärken zu stärken und so allen Schülerinnen und Schülern eine aktive Teilhabe zu ermöglichen.
In diesem Workshop möchten wir anhand von (Video-)Beispielen vorstellen, wie auf der Grundlage des Ansatzes des Kooperativen Lernens (Green/ Green et al.) Partizipationsmöglichkeiten für Schülerinnen und Schüler mit UK-Förderbedarf geschaffen werden. Durch die Methodenwahl werden nicht nur die individuellen Kommunikationsmöglichkeiten erweitert, sondern UK wird zum Werkzeug für das Lernen.

10:00 - 11:30 Uhr / Workshop / Fortgeschrittene

 

Angela Hallbauer, Neumünster (32)

"Individuelle Lese- und Schreibangebote für alle!" - Alternative Schreibhilfen, Bücher-Ideen und Vorgehensweisen zum Schriftspracherwerb

K. Erickson und G. Hanser vom Center for Literacy and Disability Studies in Chapel Hill, North Carolina, haben in ihrem Vorkonferenz-Wokshop auf der 13. Internationalen ISAAC-Tagung in Montreal neben der Vermittlung theoretischer Inhalte alternative Schreibhilfen und deren Einsatz für SchülerInnen mit komplexen Kommunikationsbedürfnissen vorgestellt.
C. Musselwhite und S. Scott haben in ihrem Vorkonferenz-Workshop auf der 13. Internationalen ISAAC-Tagung in Montreal viele nachahmenswerte Ideen zum Schreiben von Texten/ Büchern für jugendliche Leseanfänger vorgetragen. Es wurde u. a. schrittweise erarbeitet, wie einfachste, motivierende Texte für jugendliche Erstleser und mit ihnen zusammen entwickelt werden können.
Im Vortrag werden zum einen die ABC-Flip-Chart, die Braille-Flip-Chart und der farbcodierte Eye-Gaze-Rahmen als alternative Schreibhilfen vorgestellt.
Zum anderen wird das Beginning Literacy Frameworkä , welches Texte in drei Typen (enrichment, transitional, conventional) unterteilt, erläutert. Zahlreiche deutschsprachige Beispiele aus der Schulpraxis sollen der Veranschaulichung dienen.

14:30 – 16:00 Uhr / Vortrag / Fortgeschrittene

 

Dr. Karen Erickson, Chapel Hill, USA (17)

Waves of Words: Creating the Conditions to Learn to Read, Write, and Communicate

Without the ability to read and, perhaps more importantly, write, individuals with complex communication needs lack the tools they require to communicate precisely about their thoughts, hopes, dreams, emotions, and of course, their wants and needs. Unfortunately, providing individuals with complex communication needs with instruction that effectively addresses these literacy learning requirements often presents an ongoing challenge. Building upon the stories of literate individuals in the book, Waves of Words: Augmented Communicators Read and Write (Erickson, Koppenhaver, & Yoder, 2002), this presentation will focus on the conditions we must establish as we endeavor to teach reading, writing, and communication to students who use AAC. Through videos and references to the research, participants will learn how the right conditions positively influence literacy and communication for individuals with a broad array of complex communication needs, including those who have multiple disabilities and deafblindness.

10:00 – 11:30 Uhr / Vortrag / Fortgeschrittene

 

 

Brigitte Schefold, München (29)

connecting friends“ - Freunde in Verbindung bringen

Aus einer spontanen Idee entstand ein innovatives Projekt, das schwer mehrfach behinderten Menschen neue Wege ermöglicht ihre Freundschaften zu pflegen. Im Rahmen der sozialen Initiative connecting friends unter der Leitung von Konrad Schütte, Program Manager bei Nokia Siemens Networks bekamen Förderschule, Förderstätte und das Wohnpflegeheim der Helfende Hände gemeinnützige GmbH tatkräftige Unterstützung von sozial engagierten Unternehmen.
Mit dem Teilprojekt be connected konnte durch die intensive Zusammenarbeit der Partnerfirmen und der Einrichtungen von Helfende Hände ein neues Kommunikationsangebot für die Jugendlichen und Erwachsenen geschaffen werden. Wir wollen zeigen, dass es auch für diesen Personenkreis Möglichkeiten gibt, das Internet (mit Unterstützung) zu nutzen um sich beispielsweise mit Freunden in der anderen Einrichtung, aber auch mit den Familien auszutauschen.
Die soziale Initiative be connected wurde nun aus über 2000 Bewerbungen als einer der 365 Sieger im bundesweiten Wettbewerb "365 Orte im Land der Ideen" als "Ausgewählter Ort 2009" ausgezeichnet.

14:30 – 16:00 Uhr / Vortrag / Anfänger

 

Caroline Musslewhite, Litchfield Park, USA (36)

AAC and Topic Setting: Research and Strategies for Face-to-Face Communication

Question: How often must an AAC user talk about the weather? Answer: Far less often if teachers, coaches, parents, and other support people help them set up good topic setting approaches! The ability to initiate a topic is a crucial skill in terms of communicative competence. For augmented communicators, this discourse skill is particularly important, as topic initiation promotes power and conversational control. This workshop will cover: research, the difference between general and specific topic setters, and use of “light tech”, off-the-shelf, and high-tech topic setters. Handouts will include: literature review, practical application strategies, and communication displays.

10:00 –11:30 Uhr / Workshop / Fortgeschrittene

 

Karolin Schäfer, Dortmund (38)

Unterstützte Kommunikation bei erworbenen Sprach- und Sprechstörungen im Erwachsenenalter (Aphasie, Dysarthrie, ALS)

UK-Bedarf erkannt – und dann? Bei erworbenen Sprach- und Sprechstörungen im Erwachsenenalter kann UK die kommunikativen Möglichkeiten der Betroffenen verbessern – aber wann ist der richtige Zeitpunkt für den Einsatz von UK? Und wenn wir von UK sprechen – muss es dann gleich elektronisch sein? Wie können wir die Betroffenen unterstützen, die sich mittels Lautsprache nicht mehr ausreichend mitteilen können? Ist UK der Anfang oder das letzte Mittel?
In dem Vortrag werden verschiedene Konzepte zur Gestaltung einer UK-orientierten Förderung in der (Sprach-) Therapie vorgestellt. Die sinnvolle Vokabulargestaltung wird (je nach Störungsbild und –ausprägung) anhand von Fallbeispielen näher erläutert und diskutiert. Dabei sollen die Teilnehmer verschiedene Möglichkeiten kennen lernen, UK in den (Therapie-)Alltag zu integrieren und die Betroffenen sinnvoll zu begleiten, zu fördern und zu beraten. Abschließend sollen insbesondere folgende Fragestellungen geklärt werden: Welche Ziele möchten wir mit UK erreichen? Wie gestalte ich die Beratung des Umfelds? Welche Hilfen oder Hilfsmittel sind geeignet? Wie können wir die Kommunikation anregend und fröhlich gestalten ohne Leistungsdruck oder Versagensängste?

14:30 – 16:00 Uhr / Vortrag / Anfänger

 

Forschung, Fort- und Weiterbildung

 

Dr. Spyridon-Geogios Soulis, Dr. Lefkothea Kartasidou, GR
Elli Samara, Korinna Barlou, Heidelberg (14)

Unterstützte Kommunikation: Eine Herausforderung für Griechenland

Die UK stellt einen wichtigen Parameter in der Erziehung von Kindern/Erwachsenen mit Autismus und Schwerstbehinderungen in Griechenland dar. Jedoch fördert noch unterstützt das Bildungssystem die Anwendung von Methoden der UK. Dies beeinflusst die Anzahl und Art bekannter und angewendeter Methoden und beschränkt die Fachausbildungsmöglichkeiten. Gegenstand der Pilot-Studie sind die Ansichten der Berufstätigen in pädagogischen/therapeutischen Bereichen über die Anwendung von Methoden der UK bei den genannten „Behinderungsarten“. Geforscht wurde mittels Fragebögen am Fachpersonal im staatlichen/privaten Dienst. Festgestellt wurde, dass die berufliche Qualifikation sowie auch das Arbeitsumfeld eine ausschlaggebende Rolle spielen. Dabei werden folgende Methoden bevorzugt: PECS, MAKATON, (TEACCH), BLISS, elektronische Kommunikationshilfen.

12:00 – 13:00 Uhr / Vortrag / Fortgeschrittene

 

Prof. Dr. Heidemarie Adam, Prof. Dr. Jens Boenisch, PD Dr. Susanne Wachsmuth (35)

LUK – Lehrgang Unterstützte Kommunikation

LUK ist eine berufsbegleitende Weiterbildung zum Kommunikationspädagogen für Unterstützte Kommunikation. In 13 verschiedenen Kursen über einen Zeitraum von 2 ½ Jahren werden die zentralen Themen, Methoden und Techniken der Unterstützten Kommunikation für die Frühförderung, das Schulalter und den außer- und nachschulischen Arbeitsbereich behandelt. LUK ist als Kontaktstudium von der Fachhochschule Ludwigsburg/Reutlingen anerkannt. Bewerben kann sich jeder mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung in Heil-/Sozialpädagogik, Sonderpädagogik, Krankenpflege, medizinischen Hilfsberufen, Heilerziehungspflege etc. und 3-jähriger Berufspraxis.
Im Workshop werden die Weiterbildung vorgestellt und von den Erfahrungen der letzten fünf LUK-Kurse berichtet. Der Workshop ist offen für alle Interessierte. Fragen zu Organisation und Inhalt werden gerne beantwortet.

12:00 - 13:00 Uhr / Workshop / Fortgeschrittene


Prof. Dr. Gregor Renner, Freiburg (22)

Vernetzung von Lehrangeboten der Unterstützten Kommunikation in Weiterbildung und Studium am Beispiel der KFH Freiburg

Die Unterstützte Kommunikation hat in den letzten Jahren eine weite Verbreitung gefunden. Der Bedarf an Schulungs-, Fort- und Weiterbildungsangeboten sowie einer Einbindung in die entsprechenden Ausbildungs- und Studiengänge ist groß. Inzwischen gibt es unterschiedliche Qualifizierungsangebote: neben den ISAAC-Fachtagungen und Regionalveranstaltungen zählen hierzu insbesondere deren Einführungskurse, die Angebote des buk (Schweiz) und der Lehrgang Unterstützte Kommunikation der Universität Köln mit den Zieglerschen Anstalten. Die Katholische Fachhochschule Freiburg hat 2006 einen Studienschwerpunkt Unterstützte Kommunikation im Studiengang Heilpädagogik und 2008 eine zertifizierte Weiterbildung zur FachpädagogIn für Unterstützte Kommunikation eingeführt.
Im Vortrag werden Qualifizierungen zur Unterstützten Kommunikation in ihrem Verhältnis zu etablierten Berufsbildern diskutiert.

16:30 – 17:30 Uhr / Vortrag / Anfänger

 

Martin Gülden, Peter Eichenauer, Dortmund (9)

Professionelle beraterische Kompetenzen im Feld der Unterstützten Kommunikation - Der „UK-Coach™„

Das Zusammenspiel von explizitem Fachwissen und professionellen beraterischen Kompetenzen ist eine Voraussetzung dafür, dass Betroffene die Form von Unterstützter Kommunikation erhalten, die es ihnen ermöglicht, mehr am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Dabei gilt es, unterschiedliche Gesprächssituationen mit Betroffenen, Familien und Vertretern unterschiedlicher Institutionen konstruktiv im Sinne des oben genannten Zieles zu gestalten.
Wir möchten die besondere Bedeutung der beraterischen Kompetenzen anhand des Weiterbildungs-Curriculums  „UK-Coach™“ aufzeigen. Anhand von verschiedenen Fallbeispielen stellen wir Coaching als Beratungskonzept vor, verdeutlichen typische Vorgehensweisen und erläutern Meta-Modelle für gelingende Kommunikation und konstruktive Interventionen. Sie haben die Gelegenheit, dieses Konzept auf Ihr eigenes berufliches Anwendungsfeld zu beziehen und Transfermöglichkeiten zu erkunden. Mit Schlussfolgerungen für den Organisationskontext in verschiedenen Institutionen schließen wir den Workshop ab.

12:00 -13:00 Uhr / Workshop / Fortgeschrittene

 

Prof. Dr. Jens Boenisch, Köln (33)

Wie erfolgreich ist UK?

Forschungsergebnisse zur kommunikativen Situation von Kindern ohne Lautsprache in Deutschland

Eine bundesweite Vergleichsuntersuchung zur kommunikativen Situation von über 1.600 Kindern und Jugendlichen ohne Lautsprache an Schulen mit dem Förderschwerpunkt körperliche / motorische Entwicklung hat interessante und überraschende Ergebnisse hervorgebracht. In einzelnen Bereichen ist die UK-Förderung längst nicht so erfolgreich wie bisher angenommen. Einige uk-Kinder werden über Jahre erfolglos, andere aber auch sehr erfolgreich gefördert. Woran liegt das? Und wie effektiv ist die Sprachtherapie bei uk- Kindern?
Über diese Fragen hinaus geht es im Vortrag auch um den Stand der Integration der uk-Kinder in Unterricht und Klassengeschehen. Welche Kommunikationsmethoden werden im Alltag favorisiert, welche sind kaum vorhanden? Und welchen Einfluss haben die diagnostischen Kenntnisse auf die Förderung?
Abschließend werden Konsequenzen für die Weiterentwicklung der UK in Frühförderung, Schule und nachschulischen Institutionen diskutiert.

16:30 – 17:30 Uhr / Vortrag / Fortgeschrittene