Wahlkurse im Rahmen der Ausbildung
„Mediation und Konfliktmanagement“ -
Offenes Angebot für alle Mediationsinteressierte, die über mindestens 60 Stunden Mediationsausbildung verfügen
Im Rahmen der Ausbildung „Mediation und Konfliktmanagement“ am Zentrum für Weiterbildung der Technischen Universität Dortmund werden nachfolgende vertiefende Mediationsschwerpunkte (Ausschreibungen siehe weiter unten) angeboten:
- Wirtschaftsmediation: 18.-21. März 2009
- Mediation hoch emotionaler Konflikte:13.-16. Mai 2009
- Mediation im öffentlichen Bereich: 21.-24. Oktober 2009
Anmerkung:
Im Rahmen von Kurs VII, Mediation und Konfliktmanagement, ist einer der
4-Tages-Kuse kostenfrei enthalten.
Anmeldung für alle Seminare bitte schriftlich an:
Technische Universität Dortmund
Zentrum für Weiterbildung
Emil-Figge-Straße 50
44227 Dortmund
Anmeldekarte Mediation im öffentlichen Bereich
Ansprechpartnerin
Maria Rewinkel
Tel: 0231 – 755-2164
Email: maria.rewinkel@tu-dortmund.de
Wirtschaftsmediation
Termin
18. - 21. März 2009
Seminarzeiten
9:30 – 17:30 Uhr
Kosten
440,00 Euro
Referent/Referentin
Dr. Wilfried Kerntke
Für die Ausbildung von Mediatoren zur Vermittlung bei Konflikten in und zwischen Organisationen ist einerseits eine solide Basis mediatorischen Könnens wichtig. Andererseits ist Einsicht in organisationale Zusammenhänge und speziell in die Frage der Verknüpfung von Mediation mit der Entwicklung von Organisationen nötig.
Mediation in der Wirtschaft zeichnet sich vor allem durch zwei Aspekte aus:
- Die Stakeholders der Konflikte (also diejenigen Menschen und Gruppen, die vom Ausgang der Konfliktbearbeitung betroffen sein werden) können gut einbezogen werden
- Jede Mediation kann zum Ausgangspunkt von Veränderungsprozessen in der Organisation werden.
Alle, die mit dem Konflikt zu tun haben – Konfliktparteien, Stakeholdes und andere Akteure des betroffenen Systems – müssen adäquat einbezogen werden. Dazu muss, von Fall zu Fall immer wieder neu, ein genau zugeschnittenes Kommunikationsdesign entwickelt werden.
Im Kurs werden der theoretische Hintergrund sowie praktische, konkrete Schritte für das Verfahren vermittelt und in Simulationen erprobt.
Inhalte
- Wirtschaftsmediation: Eine Begriffsbestimmung
- Typische Konfliktkonstellationen
- Auftragsklärung
- Betriebsrechtliche Rahmenbedingungen
- Einbeziehung von Rechtsanwälten
- Umgang mit Delegierten
- Umgang mit Macht und Hierarchien
- Mediation als Organisationsentwicklung
Referent
Dr. Wilfried Kerntke,
Mediator BM und Ausbilder für Mediation BM, Berater für Organisations- und Unternehmensentwicklung. W. Kerntke leitet mit Lubjana Wüstehube und Dirk Splinter inmedio, Institut für Mediation, Beratung, Entwicklung, Frankfurt/Main und Berlin. Sein Arbeitsschwerpunkt ist die Vermittlung in komplexen Konflikten in und zwischen Organisationen und Unternehmen in mehreren europäischen Ländern (Deutschland, Schweiz, Italien, Slowenien). W. Kerntke ist 1. Vorsitzender des Bundesverbandes Mediation. Bei der EU-Kommission war er an der Erstellung des „European Code of Conduct for Mediators“ beteiligt.
Monographie: Mediation als Organisationsentwicklung. Mit Konflikten arbeiten. Ein Leitfaden für Führungskräfte. Bern (Haupt Verlag) 2004 und zahlreiche Zeitschriften-Artikel.
Methoden für die Mediation hoch emotionaler Konflikte
Termin
13. - 16. Mai 2009
Seminarzeiten
9:30 – 18:00 Uhr (Ausnahme Samstag: Ende 16:00 Uhr)
Kosten
440,00 Euro
Referent
Rupert Wackerle
Inhalte
In Mediationen werden oft Konflikte bearbeitet, die seitens der Konfliktparteien hoch emotional besetzt sind. Mit unkonventionellen Methoden und Settings haben wir in diesen Fällen die Möglichkeit, einen Konfliktbearbeitungs- bzw. den Mediationsprozess schon von Beginn an entscheidend konstruktiv zu beeinflussen - oft ist dies ein Schlüssel zum Erfolg. Die in dem Seminar vorgestellten Methoden wurden in den letzten Jahren im Rahmen der Konfliktregelung im Strafrecht in Wien entwickelt. Sie haben mittlerweile auch in der Konfliktbearbeitung außerhalb des Strafrechtes ihren Platz eingenommen.
In dem viertägigen Workshop werden Methoden jenseits des klassischen „Mediations-Dreiecks“ vermittelt.
Tandem & Gemischtes Doppel
Die Methode des TANDEMS zeichnet sich darin aus, dass durch einfaches Umstellen der Sitzanordnung eine lösungsorientierte Konfliktbearbeitung möglich wird. Auch wird das so wichtige Zuhören der Streitparteien stark erhöht und den Beteiligten fällt es leichter, über den Konflikt aus ihrer jeweiligen subjektiven Sicht zu sprechen.
Die Methode des GEMISCHTEN DOPPELS hat sich in der Bearbeitung von hocheskalierten Konflikten in den letzten Jahren sehr bewährt. Voraussetzung für diese Methode ist die gute Zusammenarbeit mit einer Kollegin / einem Kollegen. Vor allem dann einsetzbar, wenn sich die Streitparteien schwer tun, miteinander über den Konflikt in Ruhe zu sprechen und/oder wenn starke Ängste vorhanden sind.
Delegation & Staffelrad
Bei Konflikten zwischen Gruppen bietet sich die Methode der DELEGATION und/oder die Methode STAFFELRAD an.
In Form von Rollenspielen werden vor allem das Tandem und das Gemischte Doppel trainiert. Die Methode des Staffelrads, Shuttle und der Delegation werden auf gleiche Weise vermittelt.
Referent
Rupert Wackerle arbeitet seit 1999 als Konfliktregler beim Außergerichtlichen Tatausgleich in Wien und hat täglich mit hoch eskalierten Konflikten zu tun. Zusätzlich ist er als Mediator in verschiedenen Bereichen tätig. Er doziert in Österreich, der Schweiz und in Deutschland zum Workshopthema.
Mediation im öffentlichen Bereich
Termin
21. - 24. Oktober 2009
Seminarzeiten
9:30 – 17:30 Uhr
Kosten
440,00 Euro
Referenten
Roland Breinlinger, Marcus Hehn, Eckard Schwitters
Ein Mediationsverfahren im öffentlichen Bereich (auch Umweltmediationsverfahren genannt) ist ein freiwilliger Verhandlungsprozess mit Vertretern möglichst aller von einem Konflikt betroffenen Interessengruppen unter Hinzuziehung eines unabhängigen allparteilichen Mittlers (Mediators).
Ziel ist idealerweise die Erarbeitung einer allseits akzeptierten Problemlösung für Konflikte mit Umweltrelevanz (z.B. Verkehrsprojekte oder Standortfragen), bei der die Interessen aller Konfliktparteien (etwa Verwaltung, Politik, Bürgerinitiativen, Wirtschaft, ...) angemessene Berücksichtigung finden. Der gemeinsame Nutzen (sog. „Win-Win-Situation“) und die Aufrechterhaltung oder gar die Wiederaufnahme kommunikativer Beziehungen stehen im Vordergrund.
Mediation geht davon aus, dass Problemlösungen nicht von Politik und Verwaltung vorgegeben, sondern von allen Beteiligten in einem fairen Verfahren gemeinsam erarbeitet werden. Die Mediationsverfahren selbst finden in der Regel im Vorfeld oder parallel zu den gesetzlich vorgeschriebenen Verfahrensabläufen (etwa Zulassungs- und Genehmigungsverfahren) statt, wobei die bestehenden Entscheidungsstrukturen ergänzt und nicht ersetzt werden.
Inhalte des Seminars
Das Seminar gibt einen praxisorientierten Einblick in die Mediation in diesem speziellen Kontext. Anhand praxisnaher Übungen und Rollenspiele sowie ausgewählter Videosequenzen wird die Wirkungsweise der Mediation verdeutlicht, so dass die Teilnehmer einen Eindruck davon erhalten, bei welchen Konflikten sich der Einsatz der Mediation eignet. Ebenso werden spezielle Techniken der Mediation in großen Gruppen eingeübt und deren Wirkungsweise in einem komplexen Rollenspiel erprobt. Die Besonderheiten der Mediation im öffentlichen Bereich werden spielerisch erfahrbar gemacht und anhand praktischer Erfahrungsberichte der Referenten verdeutlicht. Die Betreuung der Teilnehmer erfolgt durch jeweils 2 Trainer unterschiedlicher Professionen, um einen optimalen Lernerfolg erzielen zu können.
Referenten
Roland Breinlinger
Diplom Psychologe / Psychotherapeut / Mediator / Supervisor, Jahrgang 1955; Bankkaufmann, Studium der Psychologie an der Universität Heidelberg; Ausbildung zum Supervisor (BDP); Ausbildung zum systemischen Therapeuten / system. Organisationsberater (IGST Heidelberg); Ausbildung zum systemischen Hypnotherapeuten / NLP (M.E.G. München); Ausbildung zum Mediator (BAFM); seit 1989 tätig als approbierter Psychotherapeut in eigener Praxis mit dem Schwerpunkt systemischer Paar- und Familientherapie. Seit 1990 Durchführung von Mediationen im Bereich von Familien- und Organisationskonflikten. Von 1993 bis 1998 Leiter eines Modellprojekts des Hessischen Ministeriums der Justiz zur Mediation im Vorfeld familiengerichtlicher Entscheidungen. Gründungsmitglied der Bundesarbeits-gemeinschaft für Familienmediation (BAFM). Vorsitzender des Fördervereins Mediation im öffentlichen Bereich e.V.. Verschiedene Lehraufträge und Publikationen. Schwerpunkt: Familienmediation, Kommunikation, Supervision
Marcus Hehn
M.A., Rechtsanwalt und Mediator, Jahrgang 1969; Justitiar des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, Koblenz; Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Köln, Studium der Politikwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften und Soziologie an der Universität Gesamthochschule Siegen; Vorsitzender des Geschäftsführenden Ausschusses der Arbeitsgemeinschaft Mediation im Deutschen Anwaltsverein, stellvertretender Vorsitzender des Förderverein Mediation im öffentlichen Bereich e.V., Lehrbeauftragter an der Universität-Gesamthochschule Siegen; verschiedene Vorträge und Publikationen zum Thema Mediation. Schwerpunkt: Theoretische Konzepte allgemeiner Mediation, Mediation im öffentlichen Bereich
Eckard Schwitters
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Jahrgang 1967, Studium der Sozialwissenschaften an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Ausbilder und Trainer im Bereich Mediation, Supervisionserfahrung; seit 1997 Mitarbeiter des Zentrums für wissenschaftliche Weiterbildung an der Universität Oldenburg, Geschäftsführer des Kontaktstudiums Mediation und Mitglied der Arbeitsgruppe Mediation der Universität; Mitarbeiter der MEDIATOR – Zentrum für Umweltkonfliktforschung und – management GmbH, Oldenburg; verschiedene Vorträge und Publikationen zum Thema Mediation.
Schwerpunkt: Mediation im öffentlichen Bereich, Psychologie der Mediation, Moderation, Kommunikation